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Hakle-Insolvenz: Unternehmensspitze sieht Teilschuld bei Staat

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Anfang September stellte der Hersteller von Hygieneartikeln, Hakle, einen Insolvenzantrag vor dem Düsseldorfer Amtsgericht. Hauptgründe für das Verfahren sind laut dem Unternehmen die stark angestiegene Rohstoff- und Energiekosten. Nun äußerte sich erstmals die Konzernspitze zu der Pleite und gibt dem deutschen Staat eine Teilschuld an der Misere.


Zu langsame Auszahlung von Subventionen


Denkt man an den Anfang der Coronapandemie im Frühling 2020 zurück, so ist es nur schwer vorstellbar, dass ein Hersteller von Toilettenpapier in naher Zukunft irgendwann einmal Insolvenz anmelden könnte, da neben Nudeln,Toilettenpapier damals das Hamstergut Nr. 1 der Deutschen war. Nun, über zwei Jahre später, musste jedoch das Düsseldorfer Traditionsunternehmen „Hakle“ genau diesen Schritt gehen. In einem Interview mit dem Handelsblatt machte Inhaber Volker Jung neben den gestiegenen Betriebs- und
Rohstoffpreisen auch den deutschen Staat und seine behäbige Ausschüttung von Staatshilfen verantwortlich.

Staatshilfen hätten Hakle retten können


Im Interview gab Jung an, dass die Energiekosten seines Unternehmens im August 2022 sechsmal so hoch gewesen seien wie im Vergleichsmonat 2019. Aus diesem Grund habe das Unternehmen bereits Mitte Juli einen Antrag auf staatliche Subventionen für die Energiekosten gestellt. Trotz einer Nachfrage Mitte August sei jedoch bis zum Insolvenzantrag kein einziger Cent an das Unternehmen geflossen, da es vom zuständigen Amt hieß, dass noch am IT- System gearbeitet werde. Jung sagte weiter im Interview: „Hätten wir die Staatshilfe schneller bekommen, wären wir jetzt nicht pleite.“ Jungs Angaben zufolge hätten seinem Unternehmen ein siebenstelliger Betrag an Hilfsgeldern zugestanden.


Zuständiges Ministerium sieht keine Schuld


Auf Anfrage des Handelsblatts teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit, dass es mehrfach Rückfragen an das Unternehmen wegen fehlender Angabenund Unterlagen gegeben hätte. Zusätzlich sei das zuständige Bundesamt nicht über die drohende Insolvenz informiert. Ein IT-Problem, dass die Auszahlung hätte ver-hindern können, bestand laut Bundesamt nicht.

 

Preisdeckel auf Gaspreis gefordert

 

Im Handelsblatt-Interview forderte Jung aufgrund seiner Erfahrungen nun einen Preisdeckel beim Gaspreis, um weitere Insolvenzen zu verhindern.„Wenn die Politik es nicht schafft“, so Jung, „die Energiepreise zügig zu
stabilisieren, dann stehen wir am Beginn einer großen Insolvenzwelle in Deutschland.“ ÄhnlicheBefürcht-ungen äußerte bereits ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer in einer Pressemitteilung.

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