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Top Themen rund um Reinigung und Hygiene

Innovation mit Maß und Verstand

Glasreinigungsroboter an einer Glasfassade
Glasreinigungsroboter an einer Glasfassade

Gebäudereinigung ist ein hartes Gewerbe. Die Arbeit ist körperlich schwer und oft nicht angenehm, der Preis- und Konkurrenzdruck hoch und Personalsorgen an der Tagesordnung. Da mag der allgegenwärtige Ruf nach innovativen, digitalen Lösungen - den zugegebenermaßen auch wir regelmäßig befeuern - manchem wie die Rettung in höchster Not erscheinen. Und tatsächlich bieten sowohl die alteingesessenen großen Player der Branche als auch viele Start-ups teils spektakuläre Innovationen auf den Markt. Doch einfach mal tief in die Tasche zu greifen und mit einer Investition in ein gehyptes Produkt den Firmenerfolg zu erzwingen, ist sicherlich nicht der richtige Weg.

 

Wir schreiben selbst häufig über Reinigungsroboter, durch künstliche Intelligenz unterstützte Arbeitsvorgänge und andere teil- und vollautomatisierte Reinigungsprozesse. Neben dem erkennbaren Mehrwert, den viele digitale Produkte liefern können, faszinieren solche Neuerungen einfach auch. Kindheitsträume wie die von den fleißigen Wichteln, die des nachts alles erledigen, was man selbst schwer erarbeiten müsste, scheinen da mitunter wahr zu werden. Wer wünscht sich nicht einen Roboter, der die verhasste WC-Reinigung übernimmt oder einen autonomen Staubsauger, der sich sogar selbst nach getaner Arbeit brav an seinen Aufbewahrungsort zurückbegibt? Und welche Gebäudereinigung wünscht sich nicht DIE Maschine, mit der man seine Personal- und Qualitätsprobleme in den Griff bekommt?

 

Die Anreize, in digitale Reinigungsmaschinen zu investieren, sind groß. Ob es für die meisten Gebäudedienstleister sinnvoll ist, solche Anschaffungen zu tätigen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wer erfolgreicher auf dem Markt sein will, sollte lieber zunächst analysieren, wo denn die eigenen Schwachpunkte liegen. Am besten kommt man dem auf die Schliche, indem man seine Finanzen überprüft und das Feedback von Mitarbeitern und Kunden einholt. Auch ein objektiver Blick eines fachkundigen Dritten, etwa in Form eines Audits, kann sehr aufschlussreich sein.

 

Roboter zur Flächenreinigung in einer Halle eines Flughafens
Roboter zur Flächenreinigung in einer Halle eines Flughafens

Die wenigsten Gebäudereiniger-Firmen, die ihr Geschäftsmodell kritisch hinterfragen, werden wohl zu der Erkenntnis kommen, dass ihnen ein Putzroboter aus ihrer Misere helfen wird. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sie zu allgemeinen Feststellungen über die Schwächen ihres Businesses kommen werden. Es kann an zu hohen Kosten, mangelnder Qualität oder einer zu speziellen oder auch zu allgemeinen Ausrichtung des eigenen Angebots liegen. Die Gebäudereinigung ist eine extrem dynamische Dienstleistung, bei der schlechte Organisation hohe Verluste bedeuten kann. Daher sollte im Mittelpunkt einer Geschäftsanalyse die Frage stehen, wie man die vorhandenen Ressourcen am effizientesten einsetzen kann.

 

Verbesserungspotential für Gebäudedienstleister kann an vielen Stellen vermutet werden. Klassische Problemfelder sind zum Beispiel:

  • schlecht koordinierte Fahrtwege und Personaleinsatzzeiten

  • Energie- oder Reinigungsmittelverschwendung

  • zu aufwändige Verwaltung

  • Unzufriedenheit bei Kunden und Personal gleichermaßen

  • zu hohe oder zu niedrige Preise

  • nicht ausreichend geschultes Personal

  • mangelnde Kontrolle

  • kein oder schlechtes Marketing.

Die Liste der möglichen Stellschrauben ist lang und mit den genannten Beispielen längst nicht abgeschlossen. Struktur und gute Organisation sind oftmals hilfreicher als die neuste Reinigungsmaschine. Die Investition in eine gute Software, die die Unternehmensführung in allen Aspekten unterstützt, ist wahrscheinlich die sinnvollste digitale Anschaffung, die man hier tätigen kann, insbesondere vor dem Hintergrund der immer größeren staatlichen Anforderungen an die Branche.

 

Wir wollen hier die Automatisierung der Gebäudereinigung nicht schlecht reden. Viele der verfügbaren innovativen Maschinen und Geräte können wertvolle Arbeit verrichten, keine Frage. Ob sie aber gerade für kleinere oder mittelständische Gebäudereiniger die Lösung der Wahl sind, sollte man hinterfragen. Auch wenn man in der Kundenbeziehung mit einem modernen Erscheinungsbild punkten kann, so muss sich das nicht in einer hochmodernen maschinellen Ausstattung widerspiegeln, sondern hauptsächlich in professioneller und insbesondere kundenzentrierter Unternehmensführung. Kunden wollen nicht Versuchskaninchen für futuristisches Reinigungsspielzeug sein, sondern einen kompetenten Gebäudedienstleister an ihrer Seite wissen, der ihre Bedürfnisse erfüllt und ihre Anliegen ernst nimmt.

 

 

Fotos:
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