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Reinigen mit Reinwasser


Fensterreinigung mit Reinwasser
Fensterreinigung mit Reinwasser

Nicht sauber, sondern rein – dieser alte Werbespruch trifft bei Reinwasser tatsächlich zu

 

Ein neuer Trend schwappt über die Gebäudereinigungsbranche: das Reinigen mit Reinwasser. Doch ist dies tatsächlich nur eine der vielen Modeerscheinungen, wie es sie in diesem Bereich immer wieder mal gibt, oder etwa eine anhaltende Innovation? Wir wollen dem Prinzip der Reinwasser-Reinigung auf den Grund gehen, Anwendungsgebiete vorstellen sowie Vor- und Nachteile aufzeigen.

 

Reinwasser ist entmineralisiertes Wasser. Aus sogenanntem „harten“ - also kalkhaltigem - Wasser wird „weiches“ Wasser gemacht. Dies kann auf zweierlei Weisen geschehen: durch Ionenaustauscher oder durch Umkehrosmose. Beide Verfahren sorgen dafür, dass dem Wasser die Calciumionen entzogen werden. Bei den Ionenaustauschern binden Harze die Mineralien. Wenn ihre Aufnahmefähigkeit erschöpft ist, müssen die Harze folglich ausgewechselt werden. Beim

Osmoseumkehrverfahren wird das physikalische Prinzip, dass alle Stoffe auf eine gleichmäßige Verteilung in dem ihnen gegebenen Raum zustreben, umgekehrt, indem man durch Druck die Calciumionen in einen speziellen Behälter ausfiltriert.

Die Erzeugung von Reinwasser durch Ionenaustauscher erfordert die regelmäßige Entsorgung und Neubefüllung mit Harzen. Daher gilt dieses Verfahren als aufwendiger und wird dort bevorzugt, wo nur gelegentlich bzw. überschaubare Flächen gereinigt werden. Der Vorteil der Ionenaustauschharze ist wiederum, dass sie Reinwasser erzeugen, ohne einen Stromanschluss dafür zu benötigen. Das wiederum ist der Fall bei den Umkehrosmosegeräten. Diese stellen auch eine deutlich höhere Startinvestition dar, können dafür aber größere Mengen Wasser entmineralisieren

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Osmoseumkehrverfahren wird das physikalische Prinzip, dass alle Stoffe auf eine gleichmäßige Verteilung in dem ihnen gegebenen Raum zustreben, umgekehrt, indem man durch Druck die Calciumionen in einen speziellen Behälter ausfiltriert.

Die Erzeugung von Reinwasser durch Ionenaustauscher erfordert die regelmäßige Entsorgung und Neubefüllung mit Harzen. Daher gilt dieses Verfahren als aufwendiger und wird dort bevorzugt, wo nur gelegentlich bzw. überschaubare Flächen gereinigt werden. Der Vorteil der Ionenaustauschharze ist wiederum, dass sie Reinwasser erzeugen, ohne einen Stromanschluss dafür zu benötigen. Das wiederum ist der Fall bei den Umkehrosmosegeräten. Diese stellen auch eine deutlich höhere Startinvestition dar, können dafür aber größere Mengen Wasser entmineralisieren

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und sind auf längere Sicht die günstigere Variante, sofern man häufig mit Reinwasser reinigt.
 

Die Reinwasser-Reinigung trat zunächst vermehrt im Zuge der Photovoltaik-Anlagen-Reinigung in Erscheinung. In diesem Bereich erkannte man früh die Vorzüge des Reinwassers. Der Grund liegt in der speziellen Beschaffenheit der dort verwendeten Glasscheiben: Sie müssen besonders glatt sein, damit die Sonnenstrahlen möglichst ungehindert auf sie treffen können. Kalkhaltiges Wasser lässt die Glasstruktur jedoch rauer werden, was auch die Wiederverschmutzung begünstigt. Positiv kommt hingegen beim Reinwasser hinzu, dass es flecken- und streifenfreie abtrocknet, was den zusätzlichen Einsatz eines Abziehers oder anderer Trocknungsverfahren überflüssig macht. Der Einsatz von Abziehern ist bei Solaranlagen sowieso äußerst heikel, weil dabei die Gefahr von Verkratzungen besteht (Gleiches gilt übrigens für ESG und VSG-Scheiben). Das weiche Reinwasser ist also ideal für die besonders empfindlichen Glasscheiben der Photovoltaikanlagen.

 

All die Vorteile, die für den Einsatz von Reinwasser bei Solarstrom-Anlagen sprechen, gelten natürlich auch bei der herkömmlichen Glasfassaden- und Fensterreinigung. Nicht genannt sind dabei noch weitere erhebliche Nutzen, allen voran die Umweltfreundlichkeit des Reinwasser-Verfahrens, denn es bedarf keiner Reinigungsmittel, um saubere Glasflächen zu bekommen. Das bedeutet auch, dass eventuell von starken Tensiden belastetes Abwasser nicht sonderentsorgt werden muss. Und dadurch, dass auf schaumbildende Putzmittel verzichtet werden kann, kann Reinwasser über wasserführende Teleskopstangen zur Glasfläche hingepumpt werden. So kann man Stangen mit einer Länge von bis zu 20 Metern zur Reinigung vom Boden aus einsetzen. Der geld- und zeitintensive Einsatz von Gerüsten bzw. von Hubsteigern ist also nicht mehr notwendig. So kommt man über manches Hindernis weg, das bei der herkömmlichen Glasreinigung zur Herausforderung wird und man läuft auch nicht Gefahr, dass beim Abziehen belastetes Schmutzwasser auf Grünflächen bzw. im Innenbereich auf empfindlichen Bodenflächen landet.

 

Apropos Bodenflächen: Auch hier ist die Reinwasser-Reinigung auf dem Vormarsch. Insbesondere bei hochglänzenden Steinflächen erzielt man damit sehr gute Ergebnisse, aber sogar auf Parkett oder PVC gelingt der Einsatz des Reinwassers. Allerdings erlangt man bei bereits vorbehandelten Flächen erst nach mehrmaligem Reinigen „glänzende“ Resultate, da zuerst die zuvor eingesetzten Mittel rausgewaschen werden müssen. Und auch andere Oberflächen wie z.B. Kunststoffe oder Chrom können mit Reinwasser gereinigt werden. Einige Anbieter haben dafür auch spezielle Mikrofasertücher im Angebot, die im Zusammenspiel mit Reinwasser besonders effektiv sein sollen.

 

Über Reinwasser gibt es also eine Menge Gutes zu sagen, aber es gibt auch Grenzen des Verfahrens. Die sind vor allem dort erreicht, wo Verschmutzungen sehr stark anhaften, wie es zum Beispiel bei eingebranntem Vogelkot der Fall sein kann. Auch mit Fetten oder Ölen verschmutzte Flächen schafft das Reinwasser nicht. Allerdings spricht nichts dagegen nach einer konventionellen Grundreinigung, die zunächst die starken Verschmutzungen löst, mit Reinwasser die Unterhaltsreinigung weiter zu führen. Längerfristige Erfahrungen mit der Anwendung von Reinwasser liegen bisher vor allem im Bereich der Solaranlagen- und Glasreinigung vor; hier ist es erprobt und bewährt. Wer mit dem Gedanken spielt auch in anderen Bereichen auf Reinwasser umzusteigen, sollte sich zuvor eingehend über die Wirksamkeit dieses doch noch jungen Verfahrens informieren.

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