Clean Pro Expo 2026: Was die Premiere über die Branche verrät


Die erste Clean Pro Expo in Friedrichshafen ist Geschichte. Rund 4.200 Fachbesucher trafen auf 187 ausstellende Unternehmen. Robotik, Digitalisierung und neue Reinigungstechnik bestimmten das Bild. Gleichzeitig zeigte die Messe, welche Fragen die Gebäudereinigung derzeit beschäftigen: Wie lässt sich Technik sinnvoll einsetzen? Welche Rolle spielt Digitalisierung? Und wie können Betriebe mit Personalmangel und steigenden Anforderungen umgehen?
Vom 15. bis 17. September feierte die Clean Pro Expo auf dem Messegelände Friedrichshafen Premiere. Nach Angaben des Veranstalters kamen rund 4.200 Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Insgesamt waren 187 Aussteller und Mitaussteller aus 15 Ländern vertreten. Die Messe belegte die Hallen A7 und B5, das Foyer Ost sowie das Freigelände Ost.
Damit lag die tatsächliche Ausstellerzahl etwas unter der ursprünglichen Planung. Ende 2025 hatte der Veranstalter noch rund 200 ausstellende Unternehmen für die Premiere angekündigt. Kurz vor Messestart war von rund 160 die Rede; tatsächlich wurden schließlich 187 Aussteller und Mitaussteller gezählt.
Neue Plattform für die Vierländerregion
Die Clean Pro Expo wurde von Anfang an als Fachmesse für Süddeutschland, Österreich, die Schweiz und Norditalien konzipiert. Der Veranstalter wollte damit insbesondere Fach- und Führungskräfte, Einkäufer und Anwender aus Gebäudereinigung, Facility Management, Industrie, Hotellerie, Gesundheitswesen sowie öffentlichen Einrichtungen ansprechen.
Ob dieser regionale Ansatz dauerhaft trägt, lässt sich nach einer ersten Veranstaltung noch nicht beurteilen. Die vom Veranstalter veröffentlichten Ausstellerstimmen fallen allerdings positiv aus.
Vor der Messe: Welche Themen im Vorfeld der Clean Pro Expo erwartet wurden, haben wir in unserem ausführlichen Vorbericht zusammengefasst. [Zum Vorbericht]
Tennant-Sales-Manager Reiner Zenke berichtete etwa von Kunden, die mit konkreten Anforderungen und Kaufinteresse auf den Stand gekommen seien. Er hob zudem die Nähe zu Österreich, zur Schweiz und zum süddeutschen Markt hervor. Auch Vertreter von Highclean, Vogt und Jeikner bezeichneten Friedrichshafen als für ihre Kunden günstig gelegenen Standort.
Diese Aussagen sind allerdings als das zu betrachten, was sie sind: Bewertungen teilnehmender Unternehmen. Eine unabhängige Besucherbefragung lässt sich daraus nicht ableiten.
Robotik zum Anschauen – und zum Ausprobieren
Einen besonders sichtbaren Schwerpunkt bildete die Robotik.
Schon vor der Messe hatte der Veranstalter autonome Systeme als einen der zentralen Themenbereiche angekündigt. Während der drei Messetage wurden autonome Reinigungsmaschinen auf Aktionsflächen demonstriert. Nach dem offiziellen Abschlussbericht waren außerdem Drohnen an der Gebäudefassade im Einsatz; ein Reinigungsroboter wird dort ausdrücklich als Publikumsmagnet bezeichnet.
Damit wurde zumindest eines der Messeversprechen eingelöst: Neue Technik sollte nicht ausschließlich als Exponat gezeigt, sondern im praktischen Einsatz vorgeführt werden. Genau dafür hatte die Clean Pro Expo eigens Live-Demonstrationsflächen eingerichtet.
Welche wirtschaftlichen Konsequenzen sich daraus für einzelne Reinigungsunternehmen ergeben, lässt sich aus einem Messebesuch naturgemäß nicht ableiten.
Die Demonstrationen zeigen aber, dass autonome Reinigungssysteme inzwischen zu den regulär präsentierten Lösungen professioneller Reinigungstechnik gehören und nicht mehr ausschließlich als Zukunftskonzept auftreten.
Digitalisierung war mehr als ein Softwarethema
Neben Robotik gehörte Digitalisierung bereits im Vorfeld zu den ausdrücklich angekündigten Schwerpunkten. Das Ausstellungsspektrum umfasste unter anderem digitale Management- und Softwarelösungen; zugleich griff das Fachprogramm Herausforderungen wie Fachkräftemangel und organisatorische Veränderungen auf.

Damit wurde Digitalisierung nicht allein als technisches Zusatzthema behandelt. Vorgestellt und diskutiert wurden Anwendungen, die unmittelbar in betriebliche Abläufe hineinreichen – etwa Gerätemanagement, Personalorganisation und die Bearbeitung von Arbeitsprozessen.
Für Gebäudereiniger ergibt sich daraus eine naheliegende Frage: Wo spart Digitalisierung tatsächlich Zeit und Aufwand – und wo schafft sie lediglich ein zusätzliches System, das ebenfalls gepflegt werden muss?
Diese Frage beantwortet eine Messe nicht. Sie macht aber sichtbar, wie stark digitale Lösungen inzwischen zum Angebot der Branche gehören.
Technik und Fachkräftemangel werden zusammengedacht
Bemerkenswert ist zudem, dass die Clean Pro Expo technische Innovationen und Fachkräftemangel nicht als voneinander getrennte Themen behandelte. Der Veranstalter nannte neben Robotik und Digitalisierung ausdrücklich auch HR-Lösungen und den Fachkräftemangel als Schwerpunkte der Messe beziehungsweise des Fachprogramms.
Daraus lässt sich zumindest ablesen, dass die Branche technische Lösungen nicht nur unter dem Gesichtspunkt neuer Produkte betrachtet. Automatisierung und digitale Organisation werden auch im Zusammenhang mit knappen Personalressourcen diskutiert.
Wie viel Personal sich dadurch tatsächlich einsparen oder entlasten lässt, ist eine andere Frage – und lässt sich aus den veröffentlichten Messezahlen nicht beantworten.
Praxisnähe als bewusstes Konzept
Der Veranstalter hatte die Clean Pro Expo ausdrücklich als praxisorientierte Fachmesse angekündigt. Neben den Demonstrationsflächen gehörten Vorträge, Best-Practice-Beispiele und Möglichkeiten zum direkten Austausch zum Konzept.
Auch in den veröffentlichten Ausstellerstimmen taucht dieser Aspekt mehrfach auf. Unternehmen lobten das kompakte Format und die Möglichkeit zu konkreten Fachgesprächen. Tennant sprach beispielsweise von überwiegend konkreten Kundenanforderungen; andere Aussteller verwiesen auf für sie relevante Kontakte aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.
Ob Besucher dies ebenso bewerten, ist aus den derzeit öffentlich zugänglichen Quellen nicht ersichtlich. Belastbar lässt sich lediglich sagen, dass der Veranstalter und mehrere Aussteller diesen Punkt positiv hervorheben.
4.200 Besucher – wie ist das einzuordnen?
Für eine Premierenmesse sind 4.200 Fachbesucher zunächst eine belastbare Zahl. Ob sie „viel“ oder „wenig“ ist, lässt sich ohne Vergleichsmaßstab allerdings nicht seriös bewerten.
Der Veranstalter selbst spricht von einem erfolgreichen Auftakt und sieht sich darin bestätigt, Friedrichshafen als neuen Branchentreffpunkt in der Vierländerregion zu etablieren.
Eine solche Bewertung gehört naturgemäß zur Kommunikation einer Messegesellschaft. Interessanter wird deshalb die Entwicklung beim zweiten Termin.
Denn erst dann lässt sich erkennen, ob Aussteller und Besucher nach der Premiere tatsächlich wiederkommen und ob sich die Veranstaltung dauerhaft im Messekalender behauptet.
Die zweite Ausgabe ist bereits terminiert
Eine Fortsetzung ist bereits angekündigt. Die nächste Clean Pro Expo soll vom 12. bis 14. September 2028 erneut in Friedrichshafen stattfinden.
Damit bekommt die Messe die Gelegenheit zu zeigen, ob aus der Premiere ein dauerhaft relevantes Format wird.
Nach der ersten Ausgabe lässt sich festhalten: Die Clean Pro Expo brachte knapp 190 ausstellende Unternehmen und rund 4.200 Fachbesucher zusammen, setzte stark auf Robotik und Live-Demonstrationen und verband technische Themen mit Fragen rund um Digitalisierung, Fachkräftemangel und betriebliche Organisation.
Mehr wäre im Moment Spekulation.
Was sich aus der Premiere jedoch durchaus ablesen lässt: Technik, Automatisierung und Digitalisierung haben in der professionellen Reinigung einen festen Platz bekommen. Gleichzeitig bleiben Personal, Organisation und Wirtschaftlichkeit zentrale Themen.
Ob Friedrichshafen daraus einen neuen festen Branchentreff machen kann, zeigt sich 2028.
Clean Pro Expo 2026 in Zahlen
Termin: 15. bis 17. September 2026
Ort: Messe Friedrichshafen
Aussteller und Mitaussteller: 187 aus 15 Ländern
Fachbesucher: rund 4.200
Nächste Clean Pro Expo: 12. bis 14. September 2028.
Bilder: Clean Pro Expo Pressebilder






















